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Bjørn Waag - LiedForum DE@Current Lied
Kurzfassung
Biographie

 

 

BIOGRAPHIE

Bjørn Waag übernahm 2003 den Lehrstuhl Kurt Widmers an der Hochschule für Musik in Basel, wo er eine volle Hauptfachklasse betreute. Zudem leitete er bis 2008 die dortige Fachgruppe Gesang/Liedinterpretation, war künstlerischer Leiter des von ihm entwickelten Studios für Musiktheater FRONT STAGE BASEL und Initiator und Präsident des „LiedForum Basel e.V". Schon im November 1997 wurde Bjørn Waag die Mitgliedschaft in der Freien Akademie der Künste angetragen, "In Anerkennung seiner vielfältigen künstlerischen Arbeit im Bereich Darstellende Kunst/Theater".

120 Rollen

In Norwegen geboren, studierte Waag zunächst Gesang, Dirigieren, Musikwissenschaft und Philosophie. Von 1979-81 war er Kulturredakteur beim "Morgenbladet", der ältesten Tageszeitung Norwegens. 1981 wurde er Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau und Ernst Haefliger. Nach seinem ersten Festengagement in Trier 1984 holte ihn Tobias Richter 1987 an die Bremer Oper, von wo aus er 1994 ans Nationaltheater Mannheim unter den Intendanzen von Klaus Schultz und Ulrich Schwab wechselte. Es ging 2001 weiter nach Basel, wo er die Oper bis 2008 entscheidend mitprägte. Seitdem hat Waag besonders intensiv mit den Opernhäusern in Saarbrücken, dem Musiktheater im Revier und in Linz zusammengearbeitet. Mittlerweile hat er sich alle gängigen Partien seines Fachs, von Papageno bis Faninal, Beckmesser und Alberich - das sind insgesamt etwa 120 Rollen - erarbeitet.

Das neue Leben

Gastverträge führten ihn an zahlreiche Bühnen im In- und Ausland: an die Bayerische Staatsoper, das Staatstheater Stuttgart, La Fenice in Venedig und die Maggio Musicale in Florenz, um nur einige zu nennen. Mit Konzerten und Liederabenden trat er in ganz Europa, von Kirkenes nach Palermo, auf. Eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Radio-Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks begann schon 1988 und zeitigte seitdem jährlich mehrere Produktionen, beginnend mit der Eröffnung des neuen Konzertsaals des HR, wo Waag die Hauptpartie in Wolf-Ferraris „La Vita Nuova" unter Eliahu Inbals Leitung sang, bis zu einer Reihe der grossen Mozartopern beim Würzburger Mozartfest unter Hugh Wolf.

"Kinder, schafft Neues…"

Ein Schwerpunkt in Waags Arbeit liegt bei der zeitgenössischen Musik, der neben dem deutschen Lied seine besondere Zuneigung gehört. So schrieb der Komponist Walter Zimmermann eigens für ihn seine Hölderlin-Oper "Hyperion", die 1993 in der Alten Oper Frankfurt zur Uraufführung kam. Nach spektakulären Erfolgen als "Enrico" in Manfred Trojahns gleichnamiger Pirandello-Oper schrieb der Komponist speziell für ihn die Partie des Narren in der Oper "Was ihr wollt", die im Mai 1998 im großen Haus der Bayerischen Staatsoper zur Uraufführung kam. Auch Detlef Heusinger, Klaus Huber und Roland Moser schrieben Werke für Waag. Auf CD verfügbar: eine Produktion der 2001 in Basel uraufgeführten Mandelstam-Oper „Schwarzerde" von Huber (Libretto Michael Schindhelm), in der Waag unter der musikalischen Leitung Arturo Tamayos die Hauptrolle (Parnok) singt. Im Frühling 2012 sang und spielte er in der  Uraufführung von Moritz Eggerts Musiktheaterprojekt " All diese Tage" am Theater Bremen die Partie des Vaters, eine Aufgabe, die der Künstler nur sechs Tage vor der Premiere übernahm. Im Winter 2012/13 wird er nun den Orest in der deutschen Erstaufführung von Manfred Trojahns gleichnamiger Oper aus dem Jahr 2011 an der Staatsoper Hannover gestalten.

"Bin ich nun frei?"

1995 erreichte Waag mit seinem Rollendebüt als Beckmesser seinen bis dahin größten Erfolg, woraufhin ihn Wolfgang Wagner nach Bayreuth einlud. 1999 gestaltete er noch einmal die Figur des Jakob Lenz in der italienischen Erstaufführung der Rihmschen Oper an der Maggio Musicale di Firenze. Die italienische Presse lobte Werk und Interpret nachdrücklich. Daraufhin folgten weitere Produktionen an der traditionsreichen italienischen Bühne. 2000/2001 wirkte Waag im neu geschmiedeten, sehr umstrittenen "Ring des Nibelungen" der Oper Graz als Alberich in "Rheingold", "Siegfried" und in "Götterdämmerung", sowie gleichzeitig als Gunther mit, unter der Leitung Ulf Schirmers. Die szenische Umsetzung hatte Gisbert Jäkel, der langjährige Chefbühnenbildner der Schaubühne Berlin. In jenem Jahr wurde infolgedessen die Grazer Bühne unter der Leitung Gerhard Brunners zum „Opernhaus des Jahres" gekürt. Alberich sang und spielte Waag weiter in Stuttgart unter Josi Wieler und Lothar Zagrosek (DVD-Produktion), dazu noch in Mannheim und Kiel. DIe Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners führte ihn auch nach Saarbrücken und Linz, wo er unter der Leitung von Dennis Russel Davies in der Regie von Olivier Tambosi eine gefeierte, neue Lesung der Figur des Beckmesser gestaltete.

Konserven

Von Bjørn Waag liegen CD-Einspielungen von André Laportes Kafka-Oper "Das Schloß", (Rolle des K.), eine Aufnahme von Schönbergs "Jakobsleiter" unter Eliahu Inbal (Der Erwählte) und von Ermanno Wolf-Ferraris Dante-Oratorium "La Vita Nuova" unter Günther Neuhold vor. Der Mitschnitt von Hubers „Schwarzerde" mit Waag in der Hauptrolle des Parnok wurde in der Zeitschrift „Opernwelt" zur wertvollsten CD des Jahres 2001 nominiert. Namhafte Regisseure wie Stefan Bachmann, Jürgen Gosch, Claus Guth, Hansgünter Heyme, Josi Wieler, Peter Mussbach, Elisabeth Stöppler, Olivier Tambosi oder Werner Schroeter arbeiteten und arbeiten gerne mit ihm zusammen. Zu seinen bevorzugten Dirigenten gehörten Marcello Viotti, John Fiore, Stefan Blunier, Eliahu Inbal, Marc Albrecht, Dennis Russel Davies, Michael Boder, Jun Märkl und Marko Letonja.

Ausblicke

Im Rahmen der Veranstaltungen zur „Kulturhauptstadt 2010" des Städteverbands im deutschen RuhrRevier, war er in den letzten Spielzeiten beteiligt an Neuproduktionen u.a. von Puccini, Strauss, Korngold, Ibanéz, Henze und Britten. Direkt davor entwickelte Waag Neudeutungen von Wolfram in "Tannhäuser", Kaspar in "Freischütz" (beides Arbeiten mit Claus Guth) , Kurwenal in "Tristan" (Rosalie) und Amonasro in „Aida" (Roland Schwab) . Die Gestaltung der Hauptrolle des Zauberers Cippolla in Stephen Olivers „Mario und der Zauberer" am Theater Basel vollendete  die Zusammenarbeit zwischen Hochschul- und gestalterisch-sängerischer Tätigkeit. Dieser Ko-Produktion zwischen dem Theater Basel und der Hochschule für Musik Basel stand Waag als Gesamtleiter vor.

Sei treu!

Seinen Tour de Force im Gestalt aller "Alberiche" mitsamt Gunther Im "Ring" wird er in den Jahren 2012-15 im frisch erbauten Opernhaus in Linz unter neuen Gesichtspunkten wiederholen. Am Pult steht Dennis Russel Davies, das Bühnenbild wird Gisbert Jäkel gestalten, eben der Regisseur und Szenograph, der in Graz vor 10 Jahren den ersten ""Ring" konzipierte. Waag ist grundlegend geprägt vom ästhetischen Konzept des Musiktheaters Basel der Ära Michael Schindhelms und Dietmar Schwarz und durfte dies in den vergangenen Jahren entscheidend mitgestalten. Im diesem Sinne hat er auch die neue Bühnenausbildung der Hochschule in Basel, FRONT STAGE BASEL, konzipiert und vorangetrieben. Die im Entstehen begriffene Stiftung:

„LiedForumDE@CurrentLied"  

mit Niederlassungen in Saarbrücken, Oslo, Florenz, Boston und London wird unter seiner Leitung die bisher formulierten Ziele und Konzepte mit Hilfe neuer Medien  vernetzen – und dabei konsequent weiter verfolgen.

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